2004 – Das posturale System in Abhängigkeit von der sportlichen Aktivität

2004
Das posturale System in Abhängigkeit von der sportlichen Aktivität

  • Projektbearbeiter: S. Brehmer; Dr. R. Schwesig
  • Projektleiter: Prof. Dr. Kuno Hottenrott
  • Projektlaufzeit: 01.02.2004 – 30.06.2004
  • Schlagwörter: Haltungsregulation; Trainierbarkeit, posturales
    System
Kurzbeschreibung

Hintergrund:
Die Auseinandersetzung mit Aspekten der posturalen Kontrolle erfolgte
bislang vornehmlich vor dem Hintergrund der Aufklärung altersspezifischer
Abhängigkeiten und deren Bedeutung für die Alltagskompetenz
(Berg, 1989; Campbell et al., 1995; Kirchner, 1994; Johannson &
Jarnlo, 1991; Hagemann et al., 1995; Collins et al., 1995). Darüber
hinaus finden sich Untersuchungen aus dem Bereich der Neurologie,
bei denen verschiedene Störungen des Gleichgewichts unterschiedlicher
Genese untersucht wurden (Kohen-Raz et al., 1998; Oppenheim et al.,
1999; Kohen-Raz & Roth, 2000). Nur vereinzelt liegen Arbeiten
vor, die sich mit der posturalen Kontrolle von Sportlern, insbesondere
Leistungssportlern, beschäftigen. Stattdessen wird in der Regel
die “Gleichgewichtsfähigkeit” anhand von sportmotorischen
Tests überprüft (Gundlach, 1985; Fetz, 1990; Fetz &
Hatzel, 1994; Teipel, 1995).

Zielstellung:
Ziel der Untersuchung war die Evaluierung der Haltungsregulation
in Abhängigkeit von der sportlichen Tätigkeit.

Methodik:
In die Untersuchung wurden 190 Personen aus den Sportarten Handball
(n=30), Turnen (n=44), Schwimmen (n=51), Sportschießen (n=31)
sowie 34 Vergleichspersonen eingeschlossen (Durchschnittsalter:
15,3 Jahre).
Ergebnisse / Schlussfolgerung:
In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass die Leistungsunterschiede
zwischen den Sportlern der einzelnen Sportarten auf Anpassungen
im Bereich der posturalen Subsysteme basieren. Die signifikanten
Leistungsunterschiede, insbesondere zwischen den Sportschützen
und Nichtsportlern, in den Frequenz- und Stabilitätsparametern
sind darüber hinaus als Beleg für das große Potential
respektive die große Plastizität (Trainierbarkeit) der
posturalen Subsysteme im Kindes- und Jugendalter zu bewerten. Allerdings
dürfen diese Resultate nicht zum Anlass genommen werden, die
“Theorie sensibler Phasen im Kindes- und Jugendalter”
zu verifizieren, da diese Untersuchung sich nur auf diesen Altersbereich
beschränkte. Es ist zu vermuten, dass in allen anderen Alterbereichen
sich ähnliche Ergebnisse ermitteln lassen. Aus trainingswissenschaftlicher
Sicht bedeutsam ist die Erkenntnis, dass sich durch intensives,
makrozyklisches Training nachhaltige Verbesserungen in den posturalen
Subsystemen erzielen lassen.

Kooperationspartner:

  • Sportgymnasium Halle
  • Sportgymnasium Cottbus
  • Schießsportzentrum Suhl
  • Giebichensteiner Schützengilde Halle / Saale e.V.
  • Juniorennationalmannschaft Turnen (Männer)