2002 – 2003 Präventives sensomotorisches Training im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

2002 – 2003
Präventives sensomotorisches Training im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

  • Projektbearbeiter: K. Scholz, Dr. A. Kreutzfeldt, Dr. R. Schwesig
  • Projektleiter: Prof. Dr. K. Hottenrott
  • Thementyp: Drittmittelprojekt
  • Mittelgeber: Industrie
  • Projektlaufzeit: 01.11.2002 – 01.10.2003
  • Schlagwörter: Betriebliche Gesundheitsförderung, Training, sensomotorisches, Rückenschmerz

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Gesundheitsförderung gilt seit der Ottawa – Charta der Weltgesundheitsorganisation1986 als zentraler Baustein moderner Gesundheitspolitik. Die betriebliche Gesundheitsförderung fristet allerdings immer noch ein Schattendasein.


Zielstellung:


Deshalb war es Ziel dieser Studie, ein sensomotorisches Trainingsprogramm auf dem Minitrampolin zu entwickeln und in einer kontrollierten Längsschnittuntersuchung im Baselinedesign zu evaluieren.


Methodik:


In die Studie wurden 53 beschwerdefreie freiwillige Probanden mit Gleichgewichtsproblemen (Einbeinstand nach Janda > 0) im Alter von 25 – 60 Jahren (Durchschnittsalter: 38,2 Jahre) eingeschlossen. Die Studienteilnehmer rekrutierten sich primär (n = 35) aus Mitarbeitern der Rehabilitationsklinik Dübener Heide der BfA in Bad Schmiedeberg und sekundär (n = 18) aus Mitarbeitern des Gesundheitswesens im Raum Halle.

Die Untersuchungsparameter Koordination (Gleichgewicht / Haltungsregulation), Rückenschmerz und Lebensqualität wurden mittels klinischer Tests (Einbeinstand nach Janda; Posturographie) und Fragebogenuntersuchung beurteilt. Die Erfassung der Lebensqualität erfolgte mit dem WHOQOL-BREF (Deutsche Version).


Ergebnisse:

Die Haltungsregulation (Summenscore) verbesserte sich durch das sensomotorische Training bei 80 % der Trainierenden signifikant(p=0,001), ebenso wie der Stabilitätsindikator (p= 0,014) und die Leistungen im Einbeinstand (p= 0,001). Insbesondere im Bereich peripher-vestibulärer (p=0,015) und somatosensorischer (p=0,013)Funktionsmechanismen konnten durch das Training auf dem Minitrampolin positive Effekte erzielt werden. 90% der Probanden gaben nach Absolvierung des Trainingsprogramms auf dem Minitrampolin eine Verbesserung ihres gesundheitlichen Befindens an. Auf die Parameter Rückenschmerz und Lebensqualität hatte die Intervention hingegen keinen signifikanten Einfluss.

Publikation:

  • Schwesig, R.; Scholz, K.; Kreutzfeld, A.; Müller, K.; Becker, S. (2004). Sensomotorisches Training auf dem Minitrampolin.Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 20, 42 – 51.


Kooperationspartner:

  • Sektion Physikalische und Rehabilitative Medizin der MLU(intern)
  • Rehabilitationsklinik Dübener Heide der BfA (extern)
  • Fa. Heymans GmbH & Co. KG (extern)